Wechsel Sommer- zu Winterreifen

18. Dezember 2020

Sommerreifen, Winterreifen oder doch die Allwetterreifen? Wir erklären Ihnen in unserem Ratgeber, ob Sie Ihre Sommerreifen im Winter weiter benutzen dürfen und welche Bußgelder Sie bei Verstößen rund um das Thema erwarten können.

In Kürze
  • In Deutschland gilt die situative Winterreifenpflicht.
  • Das heißt für Sie, dass Sie bei winterlichen Verhältnissen mit Winterreifen oder Ganzjahres- oder Allwetterreifen fahren müssen.
  • Tun Sie das nicht, droht Ihnen ein Bußgeld und bei einem Verkehrsunfall kann Ihnen die Versicherung die Leistungen erheblich kürzen – auch für Sie als eigentlich Geschädigten.

Die richtige Reifenart finden

Der grundlegende Unterschied zwischen Winter- und Sommerreifen besteht zwischen dem Reifenprofil und der Gummimischung. Die Gummimischung ist aufgrund der hohen Temperaturen im Sommer bei Sommerreifen härter. Winterreifen sind hingegen durch eine weichere Gummizusammensetzung und viele kleine Lamellen gekennzeichnet, damit das Profil der Reifen bei Schnee oder Glatteis besser haftet.

Im Winter haben Sie die Wahl zwischen klassischen Winterreifen und Ganzjahres- oder Allwetterreifen. Winterreifen sind am Alpine-Symbol (Schneeflocke + Berg) zu erkennen. Sie geben dem Fahrer zusätzlichen Grip bei Schnee auf der Straße. Ganzjahres- oder Allwetterreifen können das ganze Jahr bei allen Straßenverhältnissen gefahren werden, da sie die Eigenschaften von Sommer- und Winterreifen kombinieren und die Kennzeichnung „M+S“ oder das Alpine-Symbol haben.

Unser Tipp: Die Reifenwahl ist entscheidend um Ihre Sicherheit im Straßenverkehr zu sichern. Ganzjahres- oder Allwetterreifen klingen verlockend, da Sie nur einen Reifensatz brauchen. Beachten Sie jedoch, dass bei Benutzung dieser Reifen die Abnutzung größer ist und Sie mit einem größeren Kraftstoffverbrauch rechnen müssen.

Wichtig

Reifen mit der Kennzeichnung „M+S“ ohne das Alpine-Symbol gelten nur noch bis zum 30. September 2024 als wintertauglich!

Alpine-Symbol auf Winterreifen

Ab dem 01.10.2024 Pflicht: Winterreifen mit Alpine-Symbol | Quelle: ADAC e.V./Wolfgang Grube

Hinweis: Nach dem 30. September 2024 dürfen nur noch Reifen mit dem Alpine-Symbol bei winterlichen Straßenverhältnissen genutzt werden. Auch müssen Ihre Reifen ein Mindestprofil von 1,6 Millimeter aufweisen. Empfohlen wird jedoch ein Mindestprofil von 4 Millimetern. Auch sollten Sie Ihre Reifen alle sechs Jahre wechseln, da die Gummierung hart oder spröde werden kann. Das kann besonders im Winter zu schlechtem Grip führen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Reifenwechsel?

Tipp

Von “O bis O” lautet die Faustregel beim Wechsel zwischen Sommer- und Winterreifen. Das heißt, dass Sommerreifen zwischen Ostern und Oktober und Winterreifen zwischen Oktober und Ostern genutzt werden sollten.

Doch Vorsicht! Diese Faustregel ist keineswegs gesetzlich verpflichtend. Rechtlich gesehen gibt es in Deutschland eine situative Winterreifenpflicht. Das heißt, dass die Nutzung von Winterreifen nicht an ein bestimmtes Datum gebunden ist, sondern maßgeblich von den Wetterbedingungen abhängt. Bahnen sich winterliche Straßenverhältnisse mit glatten Straßen und Schneematsch an, sollten Sie mit Winterreifen fahren. Die Winterreifenpflicht ist nur erfüllt, wenn alle Räder des Fahrzeugs mit Winterreifen oder Ganzjahres- oder Allwetterreifen bezogen sind.

Welche Bußgelder drohen beim Fahren mit Sommerreifen im Winter?

In Deutschland gilt die situative Winterreifenpflicht nach der Straßenverkehrsordnung (StVO). Autofahrer müssen nach § 2 Absatz 3a der StVO bei „Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eisglätte oder Reifglätte“ mit Winterreifen fahren, welche den Anforderungen des § 36 Absatz 4 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) entsprechen. Das heißt für Sie, dass bei winterlichen Straßenverhältnissen Reifen mit dem Alpine-Symbol der der Kennzeichnung „M+S“ verwenden müssen.

Wichtig

Wenn Sie bei Schnee, Glätte, Matsch oder Glatteis mit Reifen fahren, die nicht geeignet für winterliche Verhältnisse sind, müssen Sie mindestens mit einem Bußgeld ab 60€ und einem Punkt in Flensburg rechnen.

Tipp: Diese Vorschriften gelten nur für das Fahren im Straßenverkehr! Parken dürfen Sie auch im tiefsten Winter mit Sommerreifen.

Zahlt die Versicherung bei einem Unfall mit Sommerreifen im Winter?

Das Fahren mit Sommerreifen im Winter kann gefährlich enden. Unfälle wegen der Benutzung der Sommerreifen bei winterlichen Straßenverhältnissen sind schnell passiert, da bei Schnee der Grip fehlt und der Bremsweg verlängert wird. Sie handeln dabei meist grob fahrlässig und das kann zu Problemen mit der Unfallregulierung durch Ihre Versicherung führen.

Kommt es wegen der falschen Bereifung bei winterlichen Straßenverhältnissen zu einem Unfall, kann dies zur erheblichen Leistungskürzungen der Kaskoversicherung wegen grober Fahrlässigkeit führen.  Grob fahrlässig handelt ein Verkehrsteilnehmer, wenn er in außergewöhnlichem Maß gegen die Verkehrsgebote verstößt und naheliegende Überlegungen gar nicht erst macht.

Auch bei der Haftpflichtversicherung hat die falsche Bereifung erhebliche Auswirkungen, da es hier aus demselben Vorwurf der groben Fahrlässigkeit zu einer Mithaftung des Geschädigten kommen kann. Wer nämlich bei Schnee oder Glatteis noch mit Sommerreifen fährt, stellt eine erhöhte Gefahr für alle anderen Verkehrsteilnehmer dar. Selbst bei eigentlich unverschuldeten Unfällen können Sie mit haftbar gemacht werden, wenn der Unfall mit der richtigen Bereifung hätte vermieden werden können.

Die richtigen Schritte zur fairen Schadensregulierung

Sie sind unverschuldet in einen Verkehrsunfall geraten, waren aber mit Sommerreifen bei winterlichen Verhältnissen unterwegs? Dann am besten schnell bei faire-Regulierung.de melden. Das sichere Verfahren im Überblick:

  • Sie melden uns den Unfallhergang risiko- und kostenfrei telefonisch unter 0800 30 111 60 oder noch schneller online.
  • Unser kompetentes Team prüft Ihren Fall sofort und entwickelt mit Ihnen individuell das weitere Vorgehen.
  • Ihre Schadensregulierung wird eingeleitet und Sie müssen sich nicht mehr mit Papierkram herumärgern.

Die lizenzierten Spezialisten aus dem faire-Regulierung Netzwerk erledigen die anfallenden Aufgaben und kümmern sich um Ihre Schadensersatzansprüche, kompetent und bestens bewertet.