Unfall unter Alkohol - so gefährlich ist Glühwein

Die Vorweihnachtszeit lockt viele auf die bunten Weihnachtsmärkte und in die festlich dekorierten Einkaufspassagen. Landauf landab locken die Glühweinstände, die Betriebsweihnachtsfeiern stehen reihenweise an und sogar in manchen Büros duftet es bereits ab Mittag nach Glühwein.

Problem: Kaum ein Weihnachtsmarktbesucher wohnt direkt neben dem Weihnachtsmarkt. Egal wie verlockend das bequeme Auto für den Heimweg erscheint: Ganz schlechte Idee! Nicht machen!

 

Diese Promillegrenzen gelten in Deutschland für ALLE Verkehrsteilnehmer

Es gibt einen guten Grund warum jeder Führerscheinbesitzer auch dann den Führerschein abgeben muss, wenn er im angetrunkenen Zustand “nur” als Fahrradfahrer oder Fußgänger einen Verkehrsunfall verursacht. 

Die Statistiken sprechen eine drastische und eindeutige Sprache: Wenn Alkohol im Spiel ist, liegt die Zahl der Schwerverletzten fast 30% höher gegenüber den übrigen Unfallszenarien.

Alkohol ist ein Zellgift und die Verschlechterung der Reaktionszeiten ergibt im Zusammenhang mit der Senkung der Hemmschwellen einen tötlichen Mix im öffentlichen Straßenverkehr. 

Die Promillegrenzen, ab denen auch dann der Führerschein zeitweise eingezogen wird, wenn Sie als Fußgänger oder Radfahrer am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen, gibt es also aus gutem Grund. Der Gesetzgeber unterscheidet dabei folgende Kategorien:

 

Verkehrsteilnehmer Sanktionsfreier Bereich Relative Fahruntüchtigkeit Absolute Fahruntüchtigkeit
Autofahrer In der Probezeit und für junge Erwachsene unter 21 Jahren: 0,0-Promille.  Nach der Probezeit und für über 21-Jährige: bis 0,29 Promille. Ab 0,3 Promille bis 1,09 Promille in Verbindung mit weiteren Umständen. Führerscheinentzug wahrscheinlich Ab 1,1 Promille. Führerschein wird entzogen
Fahrradfahrer Bis 0,29 Promille. Ab 0,3 Promille bis 1,59 Promille in Verbindung mit weiteren Umständen. Führerscheinentzug wahrscheinlich. Ab 1,6 Promille. Führerschein wird entzogen.
Fußgänger Es existiert keine Promillegrenze. Jedoch ist bei alkoholbedingtem Auffallen in der Öffentlichkeit die Entziehung der Fahrerlaubnis möglich.

 

Relative Fahruntüchtigkeit am Beispiel Fahrradfahrer: Ein Fahrradfahrer hat einen Alkoholpegel von 0,5 Promill. Hinzu kommt, dass der Fahrradfahrer Ausfallerscheinungen, wie einen Fahrstil in Schlangenlinien oder unsichere Aussprache, aufweist. In diesem Fall spricht man von einer relativen Fahruntüchtigkeit. Gerät der Fahrer in eine Verkehrskontrolle und wird auf seinen Alkoholspiegel geprüft, ist ein Führerscheinentzug wahrscheinlich.

Absolute Fahruntüchtigkeit am Beispiel Fahrradfahrer: Der Radfahrer hat einen Alkoholspiegel von 1,6 Promille erreicht oder überschritten. In diesem Beispiel wird der Führerschein auf jeden Fall eingezogen. Die sogenannten Ausfallerscheinungen spielen hier keine Rolle mehr. Bei absoluter Fahruntüchtigkeit zählt nur die Überschreitung eines bestimmten Promille-Werts.

Wichtig

Wer Alkohol konsumiert und am öffentlichen Verkehr teilnimmt, egal ob zu Fuß, per Fahrrad oder Auto – gefährdet sich und seine Mitmenschen. Um es klar auszusprechen: Der drohende Führerscheinentzug ist eigentlich kein Argument. Denn nach einer fahrlässigen Tötung eines Mitmenschen ist ihr Führerschein ihr kleinstes Problem.
! DON’T DRINK AND DRIVE !

 

Das sollten Sie beachten, wenn Sie in einen Unfall verwickelt sind, bei dem der Unfallverursacher alkoholisiert ist

Sollten Sie als Geschädigter in einen Unfall verwickelt sein, gilt es immer, den Unfall so genau als möglich zu dokumentieren. Das gilt um so mehr, wenn sich der Verdacht ergibt, dass Alkohol im Spiel ist.
Hinweise, wie Sie im Fall eines Verkehrsunfalls vorgehen, finden Sie hier. 

Fällt Ihnen beim Unfallgegner ein Alkoholgeruch auf, sollten Sie ohne wenn und aber die Polizei verständigen. Diese kann zum einen amtlich feststellen, dass der Unfallverursacher Alkohol konsumiert hat. Und zum anderen wird die Polizei auch korrekte Maßnahmen einleiten, um den Promillewert gerichtsfest dokumentieren zu können.

Für den Unfall bedeutet das dann, dass der Alkoholkonsum für die Schuldfrage ein deutliches Indiz dahingehend ist, dass der Alkoholkonsument auch den Unfall schuldhaft verursacht hat. Dies muss allerdings im Einzelfall geprüft werden und sollte nicht dem Zufall überlassen werden: 

Melden Sie Ihren Unfall über das faire-Regulierung Portal. Hier bekommen Sie innerhalb von 24 Stunden nach Angabe aller erforderlichen Daten eine qualifizierte Ersteinschätzung der Schuldverteilung. Ausschließlich erprobte und bestens bewertete Verkehrsrechtspezialisten aus dem faire-Regulierung-Netzwerk stehen Ihnen mit Rat und Tat zu Seite.