Schmerzensgeld nach Autounfall

Trotz der Corona-Einschränkungen ereigneten sich im ersten Halbjahr des Jahres 2020 in Deutschland mehr als eine Million Verkehrsunfälle. Trauriger Fakt: Dabei kamen auch ca. 150.000-mal Personen zu Schaden.

Wenn Sie Betroffene fragen, was jetzt das Wichtigste für sie ist, werden Sie selten den Blechschaden genannt bekommen. Schnell wieder fit werden, finanziell sicher über die Behandlungszeit kommen, die richtigen Ansprechpartner haben und möglichst unbürokratisch die zustehenden Entschädigungen bekommen. Das ist das, was den Geschädigten in dieser Situation wichtig ist.

Aber was ist Schmerzensgeld eigentlich genau? Wie und wo wird es eingefordert? Kann mein Entschädigungsanspruch verjähren oder ungültig werden? Wie hoch fällt mein Anspruch aus und wie erhalte ich die korrekte Entschädigung möglichst ohne Kürzung?

Hier haben wir für Sie die wichtigsten Informationen rund um das Thema Schmerzensgeld nach einem Autounfall zusammengetragen.

Was ist Schmerzensgeld?

Unter dem Begriff „Schmerzensgeld“ wird die finanzielle Entschädigung von körperlichen und/ oder seelischen Schäden zusammengefasst, die durch einen Unfall verursacht wurden.

Wie fordert man Schmerzensgeld nach einem Autounfall ein?

Merke

Die Nachweispflicht liegt beim Geschädigten = Ohne Arztbesuch kein Schmerzensgeld!

Da das Unfallopfer immer in der Pflicht steht, seine mental und körperlich entstandenen Verletzungen nachzuweisen, ist der Gang zum Arzt unvermeidlich. Der vom Arzt aufgenommene und damit dokumentierte Befund ist also immer der erste Schritt zu Ihrer Schmerzensgeldauszahlung.

Damit schaffen Sie die wesentliche Voraussetzung für eine erfolgversprechende Forderung an die Versicherung des Unfallgegners. Ihre eigentliche Schmerzensgeldforderung an den gegnerischen Versicherer muss dort typischerweise schriftlich geltend gemacht werden und durchläuft dabei zwei Stufen:

  1. Sie fordern Schmerzensgeld dem Grunde nach.
    Damit ist gemeint, dass der Versicherer Ihnen grundsätzlich einen Anspruch auf Schmerzensgeld bestätigt. Es geht dabei noch nicht um einen konkreten Betrag.
  2. Sie fordern Schmerzensgeld der Höhe nach.

Die Juristen sprechen dabei vom konkreten Beziffern des Schadens. Meint: Jetzt geht es um echte Euro-Beträge, die entsprechend begründet werden müssen. Hier geht ohne Nachweise gar nichts.

Selbst hartgesottene Unfallbeteiligte haben unmittelbar nach der Kollision einen erhöhten Adrenalinspiegel. Dieses Alarm-Hormon sorgt unter anderem für ein deutlich reduziertes Schmerzempfinden. So kommt es immer wieder vor, dass am Unfallort beschwerdefrei mit Unfallgegner, Polizei und Bergungsdienst verhandelt wird. Einige Stunden später melden sich dann die betroffenen Körperpartien und nichts geht mehr.

Tipp 1

Keine falsche Scham! Der Bluterguss am Knie, die am Lenkrad gestauchten Handgelenke, Übelkeit, Schwindelgefühl und Nackenschmerzen nach dem Auffahrunfall, oder die blauen Flecken vom Einschlag im Sicherheitsgurt, das alles gehört ärztlich dokumentiert! Zur Not auch erst am Folgetag.

Bei größeren Körperschäden entsteht die erste Dokumentation bereits durch den Krankentransport. Später wird die Schwere der Beeinträchtigung durch ein ärztliches Gutachten bewertet. Dabei geht es im Kern um das Maß der Verschlechterung gegenüber dem Ausgangszustand vor dem Unfall und die durchlebten Einschränkungen. Aus diesem Grund werden diese Gutachten typischerweise erst 12 bis 18 Monate nach dem Unfall gemacht, um den schlussendlichen Zustand am Ende der Heilung zu erfassen.

Tipp 2

Bestehen Sie auf einen unabhängigen Gutachter. Die ausgewählten Gutachter der Versicherungsseite sind nicht Ihr Freund. Die so entstehenden Gutachten sind selten eine geeignete Grundlage für eine faire Schmerzensgeldleistung an Sie.

Tipp 3

Neben einem ärztlichen Gutachten empfiehlt es sich, ein Tagebuch anzulegen, in dem Sie Ihren Heilungsverlauf dokumentieren. Oft sind mit der unfallbedingten Verletzung weitere Schadenersatzansprüche für Sie verknüpft. So stehen Ihnen bei unfallbedingten Krankschreibungen regelmäßig auch die Erstattung Ihres Verdienstausfalles, Ihrer Heilmittel und Medikamente, der Heilbehandlungskosten sowie die damit verbundenen Fahrtkosten zu.

Spätestens bei der Berechnung des sogenannten Haushaltsführungsschadens ist echte Regulierungsexpertise gefragt. Mit dem richtigen Spezialisten kommen auch diese vom Gesetzgeber eingeräumten Entschädigungsbeträge auf Ihr Konto.

Wie lange kann Schmerzensgeld gefordert werden?

Ja, ein Anspruch auf Schmerzensgeld kann verjähren. Und damit es für den Normalverbraucher nicht zu einfach ist, gibt es sogar zwei gesetzliche Fristen.

Ab dem Moment, wo Sie die Identität des Schädigers erfahren, läuft die erste Uhr gegen Sie. Am 31.12. des Jahres, in dem Sie vom Unfall wissen und den Verursacher kennen, beginnt die erste Frist zu laufen, in der Sie den Schaden geltend machen müssen. Diese erste Frist beträgt drei Jahre.

Beispiel:
Für einen Schmerzensgeldanspruch aus einem Unfall vom 01.09.2020, bei dem Sie seit diesem Tag auch den Verursacher benennen können, beginnt die Frist am 31.12.2020 und Ihr Anspruch muss bis zum 31.12.2023 wirksam geltend gemacht sein, um nicht zu verjähren.

Die gute Nachricht:  Für bereits geltend gemachte Ansprüche hat der Gesetzgeber eine zweite, deutlich längere Frist eingeräumt: stattliche 30 Jahre. Die Idee dahinter ist leicht verständlich. Es können auch Folgeschäden nach Jahren des Wohlbefindens und der Gesundheit auftreten. Dazu zählen neben körperlichen Spätfolgen auch mögliche psychische Erkrankungen.

Tipp

Lassen Sie festhalten, dass der Unfallverursacher auch für alle gesundheitlichen Folgeschäden, die im Zusammenhang mit dem Unfall stehen, haftet.  So wird gewährleistet, dass noch nicht erkennbare, künftige Beeinträchtigungen, die im Zusammenhang mit dem Unfall stehen, für Sie offen gehalten werden.

 

Wie viel Schmerzensgeld steht mir zu?

Wie bereits angedeutet, handelt es sich bei der Schmerzensgeldhöhe immer um eine Summe, welche nach vorangegangener Prüfung individuell festgelegt wurde.

Die Bemessungsgrundlage bilden dabei wieder zwei Ebenen – einerseits die Ausgleichsfunktion und andererseits die Genugtuungsfunktion. Noch nie gehört? Nehmen Sie es als doppelt gutes Zeichen: Sie waren offensichtlich noch nie auf Schmerzensgeld nach einem Autounfall angewiesen und Sie sind wahrscheinlich auch kein Jurist.

Ausgleichsfunktion
Hier stellt sich die Frage, wie viel finanzielle Entschädigung als angemessen betrachtet werden sollte. Wie schmerzhaft war die Verletzung? Wie lange litt die betroffene Person darunter und wie stark waren die damit verbundenen Einschränkungen und Belastungen?

Genugtuungsfunktion
Hier liegt der Fokus auf der Genugtuung, welche das Unfallopfer auf Grund der erlittenen Schmerzen

erhalten soll. Dabei wird auch berücksichtigt ob der Unfallverursacher fahrlässig oder vielleicht sogar vorsätzlich gehandelt hat.

Mit wie viel Schmerzensgeld kann ich nach einem Autounfall rechnen? 

Eine pauschale Voraussage zur letztendlichen Höhe des Schmerzensgeldes kann aufgrund der Komplexität und der hohen Individualität jedes einzelnen Falls nicht getroffen werden.
Es gibt im Internet einige Tabellen, in denen Summen gelistet werden. Die darin genannten Werte orientieren sich an vergangenen Urteilen und sind deshalb bestenfalls ein grober Referenzpunkt und können von Ihren tatsächlichen Ansprüchen erheblich abweichen.

So zeigt auch die folgende Tabelle nur ausgewählte Referenzwerte:

Art der Verletzung Schmerzensgeld
Schweres Schleuder­trauma und Wachkoma durch grobe Fahrlässigkeit 500.000 Euro
Polytrauma 250.000 Euro
Schweres Schädel-Hirn-Trauma, appallisches Syndrom, 6 Monate Wachkoma 60.000 Euro
Schweres Schleudertrauma sowie Nasenbeinbruch, Schürf- und Schnittwunden 30.000 Euro
Nasenbeinbruch, Schlüssel­beinbruch, Rippenbruch, Ausrenkung des Schultergelenks, Schürfwunden, Riss- und Platzwunden etc. 15.000 Euro
Dauerhafter, mittelschwerer Tinnitus 12.000 Euro
Bruch von zwei Wirbeln 10.000 Euro
Quelle: advocado.de 

Wie fordere ich Schmerzensgeld ein?

Grundsätzlich gilt:

  • Sie brauchen eine professionell aufbereitete Forderung an den zahlungspflichtigen Versicherer
  • Sie brauchen verwertbare Nachweise, bestenfalls Gutachten

Doch aufgepasst: Wer an diesem Punkt ungenau handelt, riskiert seinen Anspruch auf Entschädigung zu schmälern. Im Worst Case verliert er den Anspruch sogar komplett.

Die Verkehrsrechtspezialisten des faire-Regulierung Netzwerkes bündeln für Sie die Erfahrung aus über 30.000 regulierten Verkehrsunfällen. Gerade im komplexen Thema Schmerzensgeld führen diese Erfahrungen zu zwei ganz klaren Empfehlungen an jeden Unfallbeteiligten mit Personenschaden:

Tipp
  1. Machen Sie keine Experimente auf eigene Faust. Verhandeln Sie niemals selbst mit dem gegnerischen Versicherer!
  2. Der Arbeitsrechtler aus dem Kegelverein oder der damals erlösende Scheidungsanwalt sind hier nicht gut für Sie. Für Ihre bestmögliche Entschädigung brauchen Sie ausgewiesene Spezialisten für Schmerzensgeld!

Durch das Lizenzierungsverfahren der faire-Regulierung haben Sie die Sicherheit, dass Ihr Anliegen ausschließlich durch nachgewiesen erfolgreiche Verkehrs- und Versicherungsrechtspezialisten geprüft und begleitet wird.

So bekommen Sie als Geschädigter mit wenigen Klicks die erforderliche Expertise, damit auch für Sie das bestmögliche Schmerzensgeld geleistet wird. Einfach digital und ohne Kostenrisiko.

Genau dafür haben wir faire-Regulierung gegründet. Und genau das hat uns zu Deutschlands Regulierungsportal für Verkehrsunfälle mit den besten Kundenbewertungen gemacht.

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