Sie hatten einen Unfall? Was ist jetzt zu tun?

Sie hatten einen Unfall? Was ist jetzt zu tun?

Ein Unfall bedeutet immer Stress für alle Beteiligten. Aber mit diesen hilfreichen Tipps stellen Sie sicher, dass es bei der anschließenden Schadensregulierung nicht zu unerwarteten Überraschungen kommt. 

Richtig verhalten und Ruhe bewahren

Bewahren Sie Ruhe – Sie nützen niemanden, wenn Sie nach einem Unfall unbesonnen und unüberlegt agieren, da Sie auf diese Weise die Arbeit der Rettungskräfte, Polizei und des Abschleppdienst erschweren.

Personenschäden feststellen und erste Hilfe leisten

Überprüfen Sie, ob Sie selber unverletzt sind und nicht eventuell doch medizinische oder psychologische Betreuung benötigen. Wenn Sie körperlich unversehrt sind, überprüfen Sie ob andere Unfallbeteiligte auf erste Hilfe angewiesen sind und leisten Sie gegebenenfalls erste Hilfe zum Beispiel durch Stabile-Seitenlage, Stillen von Blutungen, Herz-Lungen-Massage.

Legen Sie die Warnweste an

Suchen Sie Ihre Warnweste in Ihrem Pkw und ziehen Sie sie an. Es dient ihrer Sicherheit. Zusätzlich werden Sie damit von anderen Verkehrsteilnehmern und dem Einsatzpersonal sofort als Person erkannt, die in Zusammenhang mit dem Unfall steht. Seit 2014 sind Warnwesten Pflicht in jedem Fahrzeug. Wenn Sie über keine Warnweste

Einsatzkräfte alarmieren

Benachrichtigen Sie die Einsatzkräfte unter der Nummer 112. Bei der Durchgabe der wichtigsten Informationen achten Sie dabei auf die Vier Ws: Wo ist der Unfall? Was ist passiert? Wie viele Personen sind verletzt? Warten Sie gegebenenfalls auf Rückfragen.

Unfallstelle Sichern mit Warndreieck

Sichern Sie die Unfallstelle mit ihrem Warndreieck, welches sich üblicherweise im Kofferraum ihres Pkw befindet. Andere Verkehrsteilnehmer können Sie so besser erkennen, das Fahrverhalten anpassen uns so mögliche Folgeunfälle vermeiden. Zusätzlich können die Einsatzkräfte Sie schneller finden. Das Mitführen eines Warndreieck ist Pflicht auf deutschen Straßen.

Fehlendes Warndreieck kann teuer werden

Wenn Sie es versäumen das Warndreieck aufzustellen und damit den Unfallort nicht richtig sichern, können Sanktionen drohen. Je nach Gefährdungslage wird ein Bußgeld in einer Höhe zwischen 30 bis 75 € fällig. Außerdem kann ein Punkt in der Verkehrssünderkartei in Flensburg drohen. Sollten Sie in einer regulären Verkehrskontrolle kein Warndreieck vorweisen können, werden 15 € Verwarnungsgeld fällig.

Handeln Sie nicht grob fahrlässig

Weit gravierender jedoch wird für Sie der Sachverhalt, wenn Sie über ein Warndreieck verfügen aber vergessen es aufzustellen und es in der Konsequenz zu einem Folgeunfall kommt, da Sie die Unfallstelle nicht gesichert haben. Sie handeln damit grob fahrlässig und müssen damit rechnen, dass Ihnen eine Mitschuld an dem Folgeunfall zugesprochen wird.

Entfernung zwischen Warndreieck und Unfallstelle beachten

Beim Aufstellen eines Warndreiecks gibt es zusätzlich noch weitere Regeln wie groß die Entfernung zwischen Warndreieck und Unfallstelle sein muss. In geschlossenen Ortschaften beträgt diese 50 Meter, auf der Landstraße sind es 100 Meter und auf der Autobahn mindestens 200 Meter.

Polizei rufen

Rufen Sie die Polizei unter der Nummer 110 an, da diese wichtige Informationen protokolliert, die für die versicherungstechnische und juristische Rekonstruktion des Unfallhergang maßgeblich entscheidend ist. Beachten Sie dabei, dass Sie den Unfallort unverändert lassen, da Sie sonst die Polizeiarbeit behindern. Hinweis: Geben Sie keine Schuldanerkenntnisse ab. Man könnte es später gegen Sie verwenden. Sie schmälern damit Ihre Schadenersatzansprüche. Korrigieren Sie gegebenenfalls fehlerhafte Angaben im Polizeiprotokoll.

Fotografieren Sie die Unfallstelle so genau wie möglich

Fotografieren Sie die Unfallstelle. Im Zeitalter der Smartphones sollte das kein Problem sein. Als Grundregel gilt: lieber zu viele Fotos machen als zu wenig. Erstellen Sie solche Fotos, auf den die entstandenen Schäden gut zu erkennen sind.

Auch Details vom Unfallort fotografieren

Aber Fotografieren Sie auch den gesamten Unfallort wie etwa die Unfallposition aller involvierten Fahrzeuge, Straßen, Kreuzungen, Verkehrsschilder, Bremsspuren, Bäume, Zäune, Mauern, sofern diese mit dem Unfall zu tun haben. Dies trägt alles dazu bei, den Unfall hinterher besser rekonstruieren zu können, die Schuldfrage zu ermitteln und Schadensersatzansprüche zu regulieren.

Details der Fahrzeugschäden fotografieren

Fotografieren Sie ebenfalls das Fahrzeug des anderen Unfallteilnehmer und dessen Beschädigungen so genau wie möglich. fotografieren Sie auch sein Kennzeichen.

Zeugen suchen

Gab es unbeteiligte Zeugen, die den Unfallhergang rekonstruieren können? Wenn ja, notieren Sie sich deren Namen, Kontaktdaten und leiten diese an die Polizei weiter. Grundsätzlich dürfen Zeugen die Kooperation verweigern. Wenn sich aber die Staatsanwalt in die Unfallermittlung einschaltet, können Zeugen vor Gericht zu einer Aussage aufgefordert werden, es sei denn der Zeuge ist mit einem der Unfallparteien, verheiratet, verlobt oder verwandt.

Kennzeichen notieren

Wenn Sie es noch nicht getan haben: notieren Sie sich das Kennzeichen der Unfallgegner. Lassen sie sich den Fahrzeugschein und den Führerschein der gegnerischen Partei aushändigen und notieren Sie alle relevanten Daten oder machen sie Fotos von den Dokumenten. Falls sich der Unfallgegner sich unkooperativ zeigt, warten Sie auf das Eintreffen der Polizei, da gegenüber der Polizei die Kooperation nicht verweigert werden darf, und diese Ihnen dann die Daten des Unfallgegners aushändigt.

Rettungsgasse

Sofern Ihr Fahrzeug kein Unfallfahrzeug ist: Bilden Sie mit den anderen Verkehrsteilnehmern eine Rettungsgasse, damit die Einsatzkräfte zum Unfallort ungehindert vordringen können. Auch wenn ein Standstreifen vorhanden ist, ist eine Rettungsgasse zu bilden, da ein Standstreifen blockiert sein kann und bei Ab- und Auffahrten unterbrochen ist. Halten Sie sich beim Bilden einer Rettungsgasse an die “Rechte-Hand-Regelung”. Sorgen Sie dafür, dass der Bereich zwischen der Spur ganz links und der Spur rechts daneben genügend Freiraum gebildet, sodass ein Einsatzfahrzeug diesen Freiraum als Rettungsgasse für die Durchfahrt nutzen kann.

Seitenstreifen darf zur Hälfte genutzt werden

Bei einer zweispurigen Autobahn ist es ihnen erlaubt, mit der Hälfte des Fahrzeugs in den Seitenstreifen hineinzuragen um eine Rettungsgasse bilden zu können, sofern Sie sich mit Ihrem Pkw auf der rechten Autobahnspur befinden.

Behindern Sie nicht den Einsatz

Das Nichtbilden einer Rettungsgasse kann mit bis zu 320 € Bußgeld sowie einmonatigem Führerscheinentzug geahndet werden. Seien sie kein Gaffer und behindern Sie nicht unnötig die Rettungsarbeiten. Es ist nicht nur unmoralisch, sondern es drohen auch horrende Strafen bis hin zum Freiheitsentzug.

Die faire-Regulierung ist für Sie da

Wenn Sie diese genannten Richtlinien berücksichtigt haben, dann sind Sie bereits aus dem gröbsten heraus. Wir von faire-Regulierung nehmen anschließend Ihre Daten auf und stellen sicher, dass Ihnen seine reibungslose und verlustfreie Schadensregulierung zugesprochen wird.