Anspruchsart Schmerzensgeld. © Pixabay

Anspruchsart Nr.10: Schmerzensgeld

Schmerzensgeld gehört zum den Schadensersatzansprüchen, wenn Sie als Geschädigter bei einem Unfall beteiligt sind. Allerdings es müssen eine Reihe von Faktoren beachtet werden, damit Sie Schmerzensgeld vom Unfallgegner erhalten.

Psychische Schäden geltend machen

Der Geschädigte kann psychische Schäden grundsätzlich geltend machen. Allerdings gestaltet sich die Beweisbarkeit in solchen Fällen schwieriger als bei physischen Schäden, da es nach medizinischer Sicht komplizierter ist, einen Zusammenhang zwischen Unfall und einer psychischen Erkrankung nachzuweisen und die gegnerische Partei diese Kausalität oftmals nicht anerkennen wollen. Der Geschädigte hat hierbei die Nachweispflicht. Ein ärztliches Gutachten muss die psychischen Schäden bestätigen.

 

Schmerzensgeld berechnen

Es gibt vom Gesetzgeber keine festgesetzten Regularien wie hoch ein Schmerzensgeldbetrag anzusetzen ist. Die Auszahlung von Schmerzensgeld erfolgt einmalig. Generell gehören Schmerzensgeldansprüche zu den schwierigsten Unterfangen in der Schadensregulierung.  

Dennoch können Gerichte, Anwälte oder Versicherungen auf den Schmerzensgeldkatalog zurückgreifen. Allerdings dient dieser in der Regel als Richtwert und ist daher nicht bindend. Ausschlaggebend ist der Schweregrad der Beeinträchtigung, Art der Krankenhausaufenthalte sowie die Dauer bis zur kompletten Genesung. Ferner bleibt zu klären, ob bleibende Folgeschäden zu erwarten sind, wie etwa Narben, Amputation, chronische Schmerzen oder Invalidität. Wenn Folgeschäden bleiben, so muss geklärt werden, inwieweit sie den Alltag und die Arbeitsfähigkeit des Geschädigten beeinflussen.

Es muss ebenfalls geklärt werden, ob der Unfallverursacher fahrlässig oder sogar mit Vorsatz handelte. Die Beurteilung der Vermögensverhältnisse beider Parteien spielt ebenfalls eine Rolle bei der Festsetzung bei der Summe des Schmerzensgeld.

Wenn dem Geschädigten eine Mitschuld an dem Unfall nachgewiesen wird, so schmälert sich der Anspruch. Wenn der Unfallgeschädigte beispielsweise nicht angeschnallt war, oder er ohne Freisprechanlage telefonierte, so ist ihm diese Form der Fahrlässigkeit anzurechnen.

 

Wer berechnet das Schmerzensgeld?

Die Höhe der Summe wird von einem Gericht festgesetzt, wenn sich die involvierten Parteien nicht außergerichtlich einigen können.

 

Welche Nachweise muss der Geschädigte liefern?

Der Geschädigte hat die Beweispflicht. Er muss nachweisen, dass der Unfall ihn in Mitleidenschaft zog. Je eher er einen Arzt konsultiert, der Beeinträchtigungen attestiert, desto schwerer hat es die gegnerische Partei die Kausalität zwischen Unfall und dem Personenschaden zu leugnen.

Ein ärztliches Gutachten ist dabei das A und O bei dem Erbringen von Nachweisen und somit der Festsetzung von Schmerzensgeld, da dieser Bericht präzise dokumentiert, wie gravierend die körperlichen Beeinträchtigungen sind. Ohne ärztliches Gutachten hat man keinen Anspruch auf die Zahlung von Schmerzensgeld.

 

Antrag auf Entbindung der ärztlichen Schweigepflicht

Um vor Gericht mit einem Gutachten aussagen zu können, muss der behandelte Arzt von seiner Schweigepflicht durch den Geschädigten entbunden werden.  Die Entbindung der ärztlichen Schweigepflicht ist dennoch an an datenschutzrechtliche Bestimmungen gebunden.

 

Unserer Rechtsexperten von faire-Regulierung helfen Ihnen zuverlässig und fachkompetent bei der Ermittlung Ihrer Schmerzensgeldansprüche und sorgen dafür, dass Sie eine angemessene Entschädigung erhalten.